Wie ich zum Westernreiten kam oder wie ich zu meinen Pferden kam

Oft werde ich gefragt, wie ich eigentlich zum Westernreiten kam. Eigentlich ist diese Frage ganz einfach zu beantworten. Wie viele Reitermädchen packte mich das Virus Pferd bereits in jungen Jahren und ein Leben ohne Pferd war bereits mit 6 Jahren bei mir vorprogrammiert. Ich habe ganz klassisch den Weg über das Ponyreiten genommen, bis meine Eltern mir dann endlich irgendwann Reitunterricht gegönnt haben. Jipie, endlich Reitstunden. Ich wurde mit meiner ersten richtigen Reithose, Reitstiefeln und einer Reitkappe ausgestattet und endlich konnte ich den Traum Reiten ausleben. Was für ein Gefühl das doch war, als kleines Mädchen da oben auf dem Pferderücken zu sitzen.

Anfangs führte ich auch noch Ponys beim Ponyreiten, um mal putzen zu dürfen oder einfach am Stall sein zu können. Samstags morgens Boxen misten… hey, alles kein Problem. Ich war doch einfach nur froh, am Pferdestall sein zu können. Mit 12 hatte ich dann mein erstes Schulpferd in Pflege. Anja, die gute Anja… wie könnte ich diese schöne Haflingerdame nur vergessen. Von ihr durfte ich so viel lernen. Ich durfte meine Reitstunden auf Anja regelmäßig nehmen und mich an ihren unterrichtsfreien Tagen um sie kümmern. Ich liebte es Anja stundenlang zu putzen, sie zu streicheln und mit Heu in ihrer Box zu füttern. Dieses Gefühl der Verbundenheit ist bis heute in mir geblieben. Ich liebe es immer noch am Stall zu sein und lebe für diese Momente.

Im Alter von ca. 12 Jahren wechselte ich an den Falkenhof noch Oberhausen Königshardt zum Reitunterricht. Anfangs immer noch im klassischen Sattel unterwegs, bis der Hof dann relativ kurzfristig an Westernreiter verkauft wurde. Plötzlich zogen ganz viele Pferde mit Westernsattel ein und es gab nun Westernreitunterricht. Eine Dame, die ich kurz vorher kennengelernt hatte, kaufte sich ein Deutsches Reitpony: Cleopatras Dream. So hieß die gute Maus. Ich wurde gefragt, ob ich auf der Maus eine Reitbeteiligung möchte und nahm diese auch an. Da „Cleo“ nun ein Westernpony war, kam es natürlich passend, dass es jetzt Westernreitunterricht gab. Ich habe also angefangen bei Thomas Grefenhaus Unterricht zu nehmen und hatte jede Menge Freude daran. Ich übte immer sehr gewissenhaft unsere Hausaufgaben und liebte die Tage mit Cleo am Stall. Eines Tages brachte Thomas dann seine Quarter Horse Stute „Pfläumchen“ mit zum Stall. Wow, ich bekam das erste American Quarter Horse meines Lebens zu Gesicht. Ich war sofort fasziniert von dieser Rasse und der Coolness, die diese Stute ausstrahlte. Was für ein Museklpaket „Pfläumchen“ doch war.

Ich glaube, das war auch der Moment, wo ich für mich wusste, dass ich nie ein anderes eigenes Pferd haben will. Es wird ein American Quarter Horse. Das wusste ich ganz genau. Ich übte also mit „Cleo“ fleißig weiter, freute mich auf jede einzelne Reitstunde und gewann immer mehr den Spaß am Westernreiten. Es kam natürlich wie es kommen musste. Die Besitzerin von Cleo wurde schwanger und die Maus wurde ganz fix verkauft. Es hat mir das Herz zerrissen und ich nahm nun Reitstunden auf den dortigen Schulpferden. Aber der tägliche Umgang mit den Pferden fehlte mir total. Glücklicherweise kam kurze Zeit später „Blue Sharif“ an den Stall. Ein wunderschöner kleiner Paintmix. 3 Jahre alt, gerade angeritten und mit einer super Besitzerin dazu. Isabel und ich mochten uns von der ersten Minute an und die darauffolgenden Jahre sind wohl die, die mich am meisten im Bereich Westernreiten geprägt haben.

Isabel war genauso ehrgeizig wie ich und sie brachte mir unheimlich viel über Pferde und den Umgang bei. Wir bildeten „Sharif“ gemeinsam aus und eines Tages ging es dann auch zum Turnier. Ich glaube, das muss Isabels Idee gewesen sein. Wir nannten also ein Turnier bei den „Western Reiter Rheinland“ und los ging die spannende Reise in die Welt des Westernreitens. Ich durfte damals noch die Youth Klassen starten und Isabel startete die Einsteigerklassen. Man, war das eine tolle Zeit. Wir schliefen auf der Turnieranlage und das Pferd in Paddock oder Box. Abends saß man gemeinsam gemütlich am Lagerfeuer. Die wohl mit schönste Zeit meines Lebens. Wir blieben als Team lange zusammen und hatten später sogar noch zwei Minishetlandponys dabei. Little Loni und ihren Sohn Lucky. Selbst diese beiden nahmen wir mit zum Turnier und hatten eine unvergessliche Zeit.

Der Traum vom eigenen Pferd blieb natürlich immer im Hinterkopf. Da ich aus einer ganz normalen Familie komme, die für ein eigenes Pferd kein Geld hatte, musste dieser Traum noch ein wenig warten. In der Zwischenzeit hat Thomas Grefenhaus eine Anlage in Dinslaken gebaut. Reithalle, Reitplatz und und und. Wie genau wir dorthin gekommen sind, weiss ich heute schon gar nicht mehr. Jedenfalls verbrachte ich auch dort sehr viel Zeit und mich packte das Reiningfieber. Ich liebte die schnellen Zirkel und die Stopps. Eines Tages kaufte Thomas dann die wunderschöne Stute „Pur Brandy Jac“ und meine Liebe zu dieser Stute war so groß, dass ich meine Zeit und Reitstunden am liebsten mit ihr verbrachte. Oh ja, diese American Quarter Horses haben es mir einfach angetan. Ich kümmerte mich so oft es geht um „Brandy“ und eines Tages erzählte mir Thomas, dass die Stute gedeckt wird. Ich war nun selber mittlerweile in meiner Ausbildung zur Fachfrau für Systemgastronomie und besaß also immer noch nicht viel Geld. Aber egal, ich sprach mit Thomas und sicherte mir schon vor der Geburt das Fohlen von „Brandy“.

Und jeder der mich heute kennt, weis, dass dies die Geschichte meines Once in a Lifetime Horse „Stormy“ ist. Ich sparte jeden Cent und konnte die Geburt von „Stormy“ gar nicht mehr erwarten. Am 11.04.2004 war es dann soweit. Ich weiss alles noch ganz genau. Morgens um 6 ging mein Telefon und Thomas‘ damalige Frau teilte mir mit, dass mein Fohlen geboren ist und alle beide wohlauf sind. Es war ein Ostermontag und ein schöneres Ostergeschenk konnte ich wohl in diesem Jahr nicht bekommen. Ich war so viele Abende und Nächte davor im Stall, aber „Brandy“ hat darauf gewartet alles alleine zu machen.

Da stand er also: Mein kleiner „Stormy“. Mein erstes eigenes Pferd. Was für ein Gefühl. Ich kann es nicht in Worte fassen, was ich in diesem Moment gefühlt habe. „Puros Whizling Storm“, so „Stormys“ richtiger Name war einfach wunderschön. Ein Fuchs mit ausgefallener Blesse und 4 Stiefeln. Ganz scheu versteckte er sich hinter seiner Mama und wollte sich gar nicht so richtig zeigen. Eigentlich war es wohl ein total verrückter Kauf, den ich aber niemals bereut habe. Dieser kleine Mann ist bis heute für mich der beste Freund und Partner. Ein Traum von Pferd und die ehrlichste Seele, die ich jemals gekannt habe. Mit „Stormy“ habe ich meine bisher größten Turniererfolge gefeiert und durch ihn habe ich auch den Weg zum Allaround-Sport kennen gelernt. Er ist das Pferd, was mich immer sagen lassen hat: ich bin stolz ein American Quarter Horse zu besitzen und ich will auch niemals eine andere Rasse haben.

Leider musste ich „Stormy“ am 13.05.2020 nach einer Gelenksepis und anschließender Hufgelenksarthrose von mir gehen lassen. Der schlimmste Tag für einen Pferdebesitzer. Man lässt an diesem Tag einen großen Teil seines Herzens und seiner Seele von dieser Welt gehen. Man verliert seinen besten Freund und Partner und kann manchmal bis heute nicht glauben, dass es so ist.

Puros Whizling Storm
Foto:http://www.buyapicture.de

Da ich aber bereits wusste, dass ein Leben ohne Pferd für mich nicht in Frage kommt und mir auch das Reiten so sehr fehlte, suchte ich bereits in 2019 mit meiner heutigen Trainerin Stefanie Bubenzer nach einem neuen Pferd. Stormy war seit seiner Gelenksepsis leider nur noch im Schritt reitbar. Ich weiss nicht wie viele Pferde ich Steffi in diesem Jahr gezeigt habe. Es waren gefühlt hunderte. Keins davon gefiel Steffi so richtig. Als ich die Suche bereits aufgegeben hatte, ging mein Telefon… es war Steffi mit den Worten: Ich habe das perfekte Pferd für dich gefunden. Aha dachte ich… auf einmal… eigentlich wollte ich doch jetzt kein neues Pferd mehr und hatte auch schon in Gedanken überlegt, nach Stormy einfach den Reitsport an den Nagel zu hängen. Na gut dachte ich… Steffi war so begeistert von der Stute und sie stand auch noch zufällig in Mülheim an der Ruhr und ich hatte auch noch Urlaub zu diesem Zeitpunkt. Ich traf mich also dort mit Steffi und ritt „Mathilda“ mal so zur Probe.

„Mathilda“ hatte in diesem Jahr ein Fohlen zur Welt gebracht, das leider kurze Zeit später eingegangen ist. Dementsprechend war sie nicht im Training und das erste Probereiten war jetzt nicht der absolute Kracher. Aber auch ohne Training machte dieses zuckersüße Pferd bereits jede Menge Spaß und man konnte erahnen, wie toll die Maus mal sein wird. Und eigentlich war sie auch total niedlich und irgendwie verliebte ich mich gleich beim ersten Besuch in die Maus. Ja gut, Steffi kannte mich nun mittlerweile auch schon einige Tage und wusste auch ganz genau was ich suche. Ein tolles, neues Allaroundpferd, mit dem ich auch wieder zum Turnier kann. „Mathilda“ hatte alles zu bieten, was ich wollte. Eine Traumabstammung, tolle Gänge und ein wunderschönes Aussehen.

Wir schickten die Stute dann auch schnell in die große AKU und als beim Tierarzt soweit alles ok war, kaufte ich die Maus. „Crimson Blue“ aka „Mathilda“ zog also im September 2019 zu Stomy und mir nach Hause. Unser Training war am Anfang ganz locker und diente erst mal nur dem Muskelaufbau und locker werden. Meine kleine Welt war nun perfekt.

Heute kann ich nicht oft genug danke sagen, dass „Mathilda“ schon da war, als ich „Stormy“ gehen lassen musste. Sie hat mir die Tage danach viel einfacher gemacht und ohne sie weiss ich auch wirklich nicht, wie ich „Stormys“ Verlust überlebt hätte. Mit „Mathilda“ habe ich dann dank Corona nur zwei Turniere geschafft in diesem Jahr, aber ich hoffe, dass es auch hier mal mehr werden. Denn wer einmal mit dem Virus infiziert ist, wird es wohl auch immer bleiben.

Für mich steht fest: ein Leben ohne Pferde und ein Leben ohne American Quarter Horse ist nicht mehr möglich. Wer einmal ein American Quarter Horse hatte wird genau wissen was ich meine. Familienpartner, Freunde, Seelentröster und Spaßvögel in einem. Diese Rasse bereitet einem so viel Freude und das ist wohl auch genau der Grund, warum man von diesem Virus niemals wieder los kommt.

Eure Sandra

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